Unter dem Mikroskop: CPE

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Unter dem Mikroskop

Erregerprofil

CPE

Carbapenemase-bildende Enterobacterales

Typ

Gramnegative Bakterien

Dazu gehören

Klebsiella pneumoniae, E. coli, Enterobacter spp. und weitere

Resistent gegen

Carbapenem-Antibiotika (Reserveantibiotika)

WHO-Einstufung

Kritische Priorität

Carbapenemase-bildende Enterobacterales (CPE) sind gramnegative Bakterien, darunter Klebsiella pneumoniae, Escherichia coli und Enterobacter-Spezies, die Carbapenemasen bilden: Enzyme, die Carbapenem-Antibiotika abbauen. Diese sind meist als Reserveantibiotika für schwere Infektionen vorgesehen.

Infektionen mit CPE sind aufgrund der ausgeprägten Antibiotikaresistenz der Erreger oft schwer zu behandeln. CPE zählen zu den Carbapenem-resistenten Enterobacterales, die die WHO als antibiotikaresistente Erreger mit kritischer Priorität einstuft.

CPE vs. CRE: Wo liegt der Unterschied?

CRECPE

Als CRE (Carbapenem-resistente Enterobacterales) werden alle Enterobacterales bezeichnet, die gegen Carbapenem-Antibiotika resistent sind – unabhängig vom Resistenzmechanismus.

CPE (Carbapenemase-bildende Enterobacterales) sind eine Untergruppe der CRE, bei der die Resistenz spezifisch durch Carbapenemasen (Enzyme) verursacht wird.

Alle CPE sind CRE – aber nicht alle CRE sind CPE.

CPE bergen ein höheres Übertragungsrisiko, da Carbapenemase-Gene über Plasmide schnell auf andere Bakterien übertragen werden.

Wo kommen CPE in Gesundheitseinrichtungen vor?

CPE besiedeln vor allem den Gastrointestinaltrakt und werden mit dem Stuhl ausgeschieden.

In Gesundheitseinrichtungen können CPE daher Oberflächen, gemeinschaftlich genutzte Sanitärbereiche, Equipment sowie Nassbereiche wie Waschbecken und Abflüsse kontaminieren. Gerade Letztere können sich zu dauerhaften Erregerreservoirs entwickeln.

Waschbecken und Abfluss im Krankenhaus – ein häufiges Reservoir für Carbapenemase-bildende Enterobacterales
Waschbecken, Abflüsse und Spritzbereiche können zu dauerhaften CPE-Reservoirs werden.
?Wussten Sie schon?CPE können sich über lange Zeit in Gesundheitseinrichtungen halten.Mehr erfahren

Da CPE in der Umgebung überleben und sich über Wasser- und Abwassersysteme ausbreiten können, halten sie sich ohne wirksame Hygienemaßnahmen dauerhaft.

Welche Infektionen verursachen CPE?

Viele Menschen sind mit CPE besiedelt, ohne Symptome zu entwickeln. Infektionen durch CPE gehen jedoch mit einer hohen Morbidität und Mortalität einher – vor allem, weil kaum noch wirksame Antibiotika zur Verfügung stehen.

Besiedelt

Viele Menschen tragen CPE in sich, ohne Symptome zu haben.

→

Infiziert

Gelangen die Bakterien in normalerweise sterile Körperregionen, können sie schwere Infektionen auslösen:

BlutstrominfektionenPneumonienHarnwegsinfektionenWundinfektionen einschließlich postoperativer Wundinfektionen

Wie werden CPE übertragen?

CPE werden auf verschiedenen Wegen leicht übertragen:

Übertragungswege

1Direkter Kontakt mit besiedelten oder infizierten Personen.
2Kontaminierte Hände des medizinischen Personals.
3Handkontaktflächen wie Bettgitter, Patientenrufknöpfe, Toilettenspülungen und Türgriffe.
4Gemeinschaftlich genutzte Bäder, Toilettenstühle und Sanitärbereiche.
5Kontaminierte Waschbecken, Abflüsse und Spritzbereiche.
6Unzureichend desinfizierte Medizinprodukte und mehrfach genutztes Equipment.
7Patientenverlegungen ohne Weitergabe des CPE-Status.
Behandschuhte Hand einer medizinischen Fachkraft am Bettgitter eines Krankenhausbetts
Patientennahe Handkontaktflächen wie Bettgitter und Rufknöpfe sind häufige Übertragungswege.
?Wussten Sie schon?Nassbereiche bergen ein besonders hohes Risiko für die fortgesetzte Übertragung von CPE.Mehr erfahren

Wasserreservoirs und Nassbereiche wie Waschbecken, Abflüsse und Spritzbereiche können als dauerhafte CPE-Quellen wirken.

Warum sind CPE eine so große Bedrohung?

Gefahrenprofil

Fünf Gründe, warum CPE so gefährlich sind

Extreme Antibiotikaresistenz gegenüber mehreren Antibiotikaklassen

Übertragbare Resistenzgene auf Plasmiden

Umweltpersistenz insbesondere in wasserführenden Systemen und Abwasserleitungen

Hohes Ausbruchspotenzial in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen

Erhöhte Mortalität aufgrund begrenzter Therapieoptionen

?Wussten Sie schon?CPE können sich unbemerkt ausbreiten.Mehr erfahren

Patienten können über lange Zeit symptomlos besiedelt bleiben – das kann zu einer unbemerkten Ausbreitung innerhalb von Gesundheitseinrichtungen führen.

So beugen Sie der Übertragung von CPE vor

Die folgenden Hygienemaßnahmen greifen ineinander, um den Kolonisationsdruck zu senken und die Ausweitung von Ausbrüchen zu verhindern.

Das Hygiene-Maßnahmenbündel

Sieben Maßnahmen, die ineinandergreifen

Personal

  • Händehygiene
  • Barrieremaßnahmen: Handschuhe, Schutzkittel sowie patientenbezogen genutztes Equipment

Patienten

  • Einzelzimmer- oder Kohortenisolierung CPE-positiver Patienten
  • Aufnahmescreening von Risikopatienten, z. B. nach kürzlichem Krankenhausaufenthalt
  • Klare Kommunikation des CPE-Status bei Verlegungen zwischen Einrichtungen

Umgebung

  • Intensivierte Flächendesinfektion mit Desinfektionsmitteln mit nachgewiesener bakterizider Wirksamkeit
  • Sorgfältiges Risikomanagement für Waschbecken und Abflüsse, um Spritzkontaminationen zu minimieren
Medizinische Fachkraft beim Händewaschen an einem Handwaschbecken in der Klinik
Die Händehygiene ist eine von sieben ineinandergreifenden Hygienemaßnahmen, die dazu beitragen können, die Ausbreitung von CPE zu verhindern.

Wirksamer Schutz vor CPE

Desinfektionsmittel mit bakterizider Wirksamkeit sind für die Hygiene und den Schutz vor CPE unverzichtbar. Best Practice ist der Einsatz eines High-Level-Desinfektionsmittels mit einem breiten Wirkspektrum, das bakterielle Sporen in geringer Zahl, die meisten Pilzsporen, alle gängigen vegetativen Bakterien, Mykobakterien, Hefen und Viren abtötet.

High-Level-Desinfektionsmittel tragen dazu bei, die Übertragung Carbapenemase-bildender Enterobacterales und anderer gefährlicher Erreger von Patient zu Patient zu verhindern – und schützen gleichzeitig das medizinische Personal bei Routineabläufen.

Desinfektion einer klinischen Oberfläche mit einem Desinfektionstuch
Desinfektionsmittel mit nachgewiesener bakterizider Wirksamkeit sind im Kampf gegen CPE unverzichtbar.

Testen Sie Ihr Wissen

3 Fragen

Wählen Sie eine Antwort und prüfen Sie, ob sie richtig ist.

Frage 1. Welche Aussage über CPE und CRE ist richtig?

AAlle CRE sind CPE

Nicht ganz. Nicht alle CRE bilden Carbapenemasen – die Resistenz kann auch auf anderen Mechanismen beruhen.

BAlle CPE sind CRE

Richtig. CPE sind die Untergruppe der CRE, deren Resistenz auf Carbapenemasen beruht.

CCPE und CRE haben nichts miteinander zu tun

Nicht ganz. Beide sind eng verwandt: CPE gehören zur übergeordneten Gruppe der CRE.

Frage 2. Welchen Körperbereich besiedeln CPE vorwiegend?

ADie Haut

Nicht ganz. Nach Kontakt können CPE zwar an den Händen haften, besiedelt wird aber vor allem der Darm.

BDie Atemwege

Nicht ganz. CPE können zwar Pneumonien verursachen, sie besiedeln jedoch vor allem den Darm.

CDen Gastrointestinaltrakt

Richtig. CPE besiedeln vor allem den Darm und werden mit dem Stuhl ausgeschieden.

Frage 3. Welcher Bereich ist eine besonders risikoreiche Quelle für die fortgesetzte Übertragung von CPE?

AWaschbecken, Abflüsse und Nassbereiche

Richtig. Wasserreservoirs und Nassbereiche können sich zu dauerhaften Erregerreservoirs entwickeln.

BTrockene Flurböden

Nicht ganz. Auch Böden spielen eine Rolle – besonders kritisch sind aber Nassbereiche.

CPersonalbüros

Nicht ganz. Das höchste Risiko geht von patientennahen Nassbereichen aus.

Das Wichtigste in Kürze

Carbapenemase-bildende Enterobacterales (CPE) bilden Carbapenemasen: Enzyme, die Carbapenem-Antibiotika (wichtige Reserveantibiotika) abbauen.

Alle CPE sind CRE. CPE bergen jedoch ein höheres Übertragungsrisiko, da Carbapenemase-Gene über Plasmide auf andere Bakterien übertragen werden.

Waschbecken, Abflüsse und andere Nassbereiche können zu dauerhaften CPE-Reservoirs werden.

Die Prävention basiert auf einem Bündel ineinandergreifender Hygienemaßnahmen – einschließlich einer wirksamen Desinfektion.

Quellen und weiterführende Literatur (5)
  1. World Health Organization (2017). Guidelines for the prevention and control of carbapenem-resistant Enterobacteriaceae, Acinetobacter baumannii and Pseudomonas aeruginosa in health care facilities. Abgerufen am 11.02.2026.
  2. World Health Organization (2024). WHO Bacterial Priority Pathogens List 2024.
  3. Centers for Disease Control and Prevention (2024). About CRE.
  4. Northern Lincolnshire and Goole NHS Foundation Trust (2025). Carbapenemase Producing Enterobacteriaceae (CPE). Abgerufen am 11.02.2026.
  5. Cambridge University Hospitals NHS Foundation Trust (2024). Information about Carbapenemase Producing Enterobacteriaceae (CPE). Abgerufen am 11.02.2026.