
Humane Papillomaviren (HPV) sind kleine, unbehüllte DNA-Viren, die eine Reihe von Erkrankungen verursachen, die von gutartigen Warzen bis hin zu lebensbedrohlichen Krebserkrankungen reichen. Es gibt über 200 verschiedene HPV-Typen. Je nach ihrem krebsauslösenden Potenzial werden sie in Hochrisiko- und Niedrigrisiko-Typen eingeteilt. Aufgrund seiner weiten Verbreitung und Persistenz stellt HPV eine erhebliche Herausforderung für die Infektionsprävention und -kontrolle dar.
Wo kommt HPV vor und wie wird es übertragen?
HPV kommt am häufigsten im Genitalbereich vor, kann jedoch auch im Mund und Rachen auftreten. Darüber hinaus kann das Virus auf medizinischen Instrumenten und Oberflächen zurückbleiben, wenn diese nicht ordnungsgemäß desinfiziert werden, was HPV insbesondere im Gesundheitswesen zu einem Risiko macht.
Das Virus verbreitet sich in erster Linie durch vaginalen, analen oder oralen Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person. Es kann jedoch auch durch engen Hautkontakt während sexueller Aktivitäten übertragen werden. Wichtig ist, dass HPV auch ohne sichtbare Symptome übertragen werden kann, was die Erkennung und Bekämpfung erschwert.
Medizinische Geräte, die zur Untersuchung von Bereichen wie Gebärmutterhals, Vagina, Rachen und Hals eingesetzt werden, können HPV beherbergen, wenn sie nicht wirksam desinfiziert werden. Dazu gehören unter anderem transvaginale Ultraschallsonden, Kolposkope und Endoskope.
Welche Erkrankungen verursacht HPV?
Hochrisikotypen des HPV, beispielsweise die Typen 16, 18, 31 und 45, stehen in engem Zusammenhang mit Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses, der Scheide, der Vulva, des Anus, des Penis und des Oropharynx (Rachen). Eine anhaltende Infektion mit Hochrisikotypen des HPV verursacht schätzungsweise:
- 90% der Gebärmutterhals- und Analkrebserkrankungen
- 70% der Vulva- und Vaginalkrebserkrankungen
- 60% der Peniskrebserkrankungen
- 70% der Oropharynx-Krebserkrankungen
Niedrigrisiko-HPV-Typen stehen im Zusammenhang mit gutartigen Hautinfektionen, die zu Warzen an Füßen, Händen, Ellenbogen und im Genitalbereich führen können.
Warum stellt HPV eine Herausforderung dar?
HPV ist aufgrund mehrerer Faktoren besonders schwer zu bekämpfen:
- Hautbeständigkeit: HPV kann auf der Haut überleben, wodurch die Übertragung erleichtert und die Prävention erschwert wird.
- Symptomfreier Verlauf: Viele Menschen mit einer HPV-Infektion entwickeln keine Symptome. Dadurch kann das Virus unbemerkt weitergegeben werden.
- Fehlende Behandlungsmöglichkeit: Es gibt keine Heilung für HPV, sodass die Prävention die wirksamste Maßnahme ist.
- Persistenz auf Oberflächen: HPV kann auf kontaminierten medizinischen Oberflächen und Medizinprodukten bis zu sieben Tage lang infektiös bleiben, wenn diese nicht ordnungsgemäß desinfiziert werden.
Zudem ist die Gebärmutterhalskrebsvorsorge in einigen Regionen zwar verfügbar, jedoch nicht überall zugänglich, sodass viele Menschen weiterhin einem Risiko ausgesetzt sind.
Wie kann man die Ausbreitung von HPV verhindern?
HPV ist aufgrund mehrerer Faktoren besonders schwer zu bekämpfen:
- HPV-Tests und Vorsorgeuntersuchungen: In Deutschland umfasst die Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung regelmäßige Pap-Tests sowie ab dem 35. Lebensjahr eine kombinierte HPV- und Pap-Testung.
- Impfung: Die HPV-Impfung schützt vor den häufigsten Typen, die mit Genitalwarzen und Gebärmutterhalskrebs in Verbindung stehen.
- Barriere-Schutz: Medizinalkondome können das Übertragungsrisiko verringern, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz, da sie nicht alle Hautkontaktbereiche abdecken.
Wie kann die Verbreitung von HPV im Gesundheitswesen verhindert werden?
Eine ordnungsgemäße Aufbereitung ist entscheidend, um die Übertragung von HPV in klinischen Umgebungen zu verhindern. Da HPV gegenüber herkömmlichen Desinfektionsmitteln sehr resistent ist, sollten ausschließlich High-Level-Desinfektionsmittel mit nachgewiesener viruzider Wirksamkeit eingesetzt werden.
Die wirksamsten Desinfektionsmittel sollten:
- Bakteriensporen, vegetative Bakterien, Mykobakterien, Hefen, Pilzsporen und Viren beseitigen
- eine Kreuzkontamination zwischen Patienten verhindern
- medizinisches Fachpersonal bei Routineverfahren schützen
Wussten Sie schon? HPV kann auf unzureichend desinfizierten medizinischen Oberflächen und Geräten bis zu sieben Tage lang überleben und dabei bis zu 30% seiner Infektiosität behalten.
Tristel DUO ULT: Bewährter Schutz vor HPV
Quellen:
- Jensen JE, Becker GL, Jackson JB, Rysavy MB. Human Papillomavirus and Associated Cancers: A Review. Viruses. 2024 Apr 26;16(5):680. doi: 10.3390/v16050680. Centres for Disease Control and Prevention (2024). About Genital HPV Infection. [online] Available at: https://www.cdc.gov/sti/about/about-genital-hpv-infection.html?CDC_AAref_Val=https://www.cdc.gov/std/hpv/stdfact-hpv.htm.
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